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Norman Kreuter
Unternehmens- und Gründungsberatung
Business Coach · Unternehmer

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KNOW-HOW · GESCHÄFTSIDEE & GESCHÄFTSMODELL

Gründungsberatung: Wann
lohnt sie sich

Du willst gründen – aber brauchst du dafür wirklich eine Gründungsberatung? Diese Checkliste zeigt, was du selbst können solltest und wann ein erfahrener Blick sinnvoll wird.

Norman Kreuter · ca. 7 Minuten Lesezeit

Junge Meeresschildkröte auf dem Weg über den Strand – Gründungsberatung und Unternehmensstart

Eine Gründungsberatung ist nicht automatisch notwendig, nur weil du ein Unternehmen gründen möchtest. Es gibt Gründer, die einen großen Teil ihrer Vorbereitung sehr gut selbst erledigen können. Es gibt gute Informationsangebote, kostenlose Beratungsstellen, Steuerberater, Banken, Gründerplattformen und unzählige Fachinformationen im Internet.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Brauche ich einen Gründungsberater?“ Sondern: „Habe ich alle entscheidenden Bereiche meiner Gründung so weit im Griff, dass daraus am Ende ein tragfähiges Unternehmen entstehen kann?“

Beherrschst du diese Punkte?

Mach einen ehrlichen Selbstcheck.

1. Verstehst du die betriebswirtschaftlichen Grundlagen?

Begriffe wie Liquidität, Rentabilität, Deckungsbeitrag, Gewinn, Umsatz, Abschreibung oder Liquidität sind für dich keine Fremdwörter? Du musst kein Controller werden. Aber du solltest verstehen können, womit dein Unternehmen Geld verdient, welche Kosten entstehen und wann es finanziell eng werden könnte.

2. Ist dein Produkt oder deine Dienstleistung klar?

Was genau verkaufst du? Welches Problem löst du? Und warum sollte jemand dafür Geld bezahlen?

Je klarer du diese Fragen beantworten kannst, desto besser.

3. Verstehst du deinen Markt und deine Kunden?

Es reicht nicht, selbst von einer Idee überzeugt zu sein. Du solltest wissen: Wer braucht dein Angebot? Wie groß ist diese Zielgruppe? Welche Alternativen gibt es bereits? Was ist Kunden wichtig? Wie treffen sie ihre Kaufentscheidung?

Ein gutes Produkt ohne ausreichend Markt kann trotzdem ein schlechtes Geschäftsmodell sein.

4. Weißt du, wie du Kunden gewinnen willst?

Marketing beginnt nicht mit Instagram, Google Ads oder einer neuen Website. Du brauchst zunächst eine klare Positionierung und musst wissen, wen du mit welcher Botschaft über welchen Kanal erreichen möchtest.

Genau deshalb ist Positionierung vor Marketing so entscheidend.

5. Hast du dich mit der passenden Unternehmensform beschäftigt?

Wenn du sagen kannst: „Ich möchte diese Rechtsform wählen – und ich weiß, warum“, ist das ein gutes Zeichen.

Geht es dagegen nur um „GmbH klingt professioneller“ oder „Einzelunternehmen ist einfacher“, solltest du tiefer einsteigen und gegebenenfalls Steuerberater oder Rechtsberatung hinzuziehen.

6. Weißt du, wie viel Geld du wirklich brauchst?

Nicht nur am Tag der Gründung, sondern auch drei, sechs oder zwölf Monate später. Wie lange dauert es, bis genügend Kunden da sind? Wann fließt der erste Umsatz? Welche laufenden Kosten entstehen? Wie finanzierst du deinen privaten Lebensunterhalt?

Gerade der letzte Punkt wird häufig unterschätzt.

7. Kannst du deine Zahlen realistisch planen?

Auch wenn du keinen Kredit benötigst, ist eine wirtschaftliche Planung sinnvoll. Ein Businessplan ist nicht nur ein Dokument für die Bank. Er zwingt dich dazu, Annahmen zu formulieren, Zahlen miteinander zu verbinden und dein Geschäftsmodell konsequent durchzudenken.

8. Weißt du, wie dein Unternehmen organisatorisch funktionieren soll?

Wie schreibst du Rechnungen? Wie organisierst du deine Buchhaltung? Wie läuft dein Vertrieb? Welche Prozesse brauchst du? Welche Aufgaben erledigst du selbst und welche gibst du an andere ab?

Ein Unternehmen besteht eben aus deutlich mehr als aus dem Produkt, das es verkauft.

9. Kannst du dich selbst strukturieren?

Gerade am Anfang gibt es keinen Chef, der Prioritäten festlegt. Plötzlich ist alles wichtig: Kunden, Website, Finanzierung, Buchhaltung, Marketing, Produkt, Angebote, Versicherungen, Verträge und noch zwanzig andere Dinge.

Wer hier gut priorisieren und strukturieren kann, hat einen deutlichen Vorteil.

10. Hast du jemanden, der deine Annahmen kritisch hinterfragt?

Das ist vielleicht der Punkt, der am schwersten selbst zu beurteilen ist. Denn du kannst sehr viel wissen und trotzdem einen blinden Fleck haben.

Und manchmal reicht ein einziger blinder Fleck, um aus einem eigentlich guten Vorhaben ein großes Problem zu machen.

Ein gutes Produkt reicht nicht

Ich kannte einen Gründer, der an einem neuen Standort ein Kursangebot etablieren wollte. Das Produkt war gut. Das eigentliche Problem lag ganz woanders.

Er hatte unterschätzt, wie lange es dauern kann, einen vollkommen neuen Markt aufzubauen. Dazu kam ein erklärungsbedürftiges Angebot. Die potenziellen Kunden mussten zunächst verstehen, warum sie das Produkt überhaupt brauchen. Das braucht Zeit.

Genau diese Anlaufzeit war finanziell aber nicht ausreichend eingeplant. Entsprechende Reserven fehlten.

Das Problem war also nicht das Produkt. Die Annahme über den Weg zum Kunden war falsch.

Und genau solche Punkte können bei einer Gründung entscheidend werden.

Ein Unternehmen funktioniert ein bisschen wie ein Haus: Oben kann alles hervorragend aussehen. Wenn aber im Fundament ein entscheidender Baustein fehlt, bekommst du das Problem später an einer ganz anderen Stelle zurück.

Wann reicht ein Steuerberater?

Ein Steuerberater ist natürlich ein wichtiger Ansprechpartner für steuerliche Fragen, Buchhaltung und die steuerlichen Auswirkungen verschiedener Rechtsformen. Viele Steuerberater bieten darüber hinaus auch betriebswirtschaftliche Existenzgründungsberatung an, beispielsweise zu Rentabilität, Liquiditätsplanung, Finanzierung oder wirtschaftlichen Fragestellungen.

Deshalb gilt: Es kommt weniger auf die Berufsbezeichnung als auf die konkrete Person und deren Leistung an.

Ein Steuerberater mit ausgeprägter Erfahrung in Gründungs- und Unternehmensberatung kann für bestimmte Vorhaben ein sehr umfassender Partner sein.

Und wann reicht Eigenrecherche?

Wenn du schon weißt, wonach du suchen musst.

Das ist der entscheidende Unterschied.

Wer beispielsweise bereits betriebswirtschaftliche Erfahrung hat, Unternehmen kennt, Märkte einschätzen kann, Zahlen versteht und vielleicht nicht zum ersten Mal gründet, kann viele Themen problemlos selbst erarbeiten.

Informationen gibt es heute mehr als genug. Das Schwierige ist nicht unbedingt, Informationen zu finden. Das Schwierige ist zu erkennen, welche davon für dein konkretes Unternehmen relevant sind – und daraus die richtigen Entscheidungen abzuleiten.

Wann lohnt sich eine individuelle Gründungsberatung?

Vor allem, wenn mehrere Themen miteinander verbunden sind.

Du kennst beispielsweise dein Produkt, bist dir aber bei Zielgruppe und Positionierung unsicher. Oder deine Marktidee ist gut, aber du weißt nicht, wie schnell du realistisch Kunden gewinnen kannst. Vielleicht funktionieren deine Zahlen nur unter bestimmten Annahmen.

Oder du brauchst eine Finanzierung und musst Geschäftsmodell, Businessplan, Investitionen, Liquidität und Bankgespräch sinnvoll aufeinander abstimmen. Vielleicht kannst du fachlich hervorragend arbeiten, hast aber noch wenig Erfahrung damit, ein Unternehmen aufzubauen und zu führen.

Dann brauchst du möglicherweise nicht noch mehr Informationen. Dann brauchst du jemanden, der mit dir auf dein konkretes Unternehmen schaut, Zusammenhänge erkennt, Annahmen hinterfragt und mit dir Entscheidungen entwickelt.

Das ist eine andere Aufgabe als reine Wissensvermittlung.

Der vielleicht wichtigste Punkt: Du musst nicht alles auslagern

Gründungsberatung bedeutet nicht, dass dir jemand dein Unternehmen baut. Das wäre sogar kontraproduktiv.

Am Ende musst du verstehen, warum dein Geschäftsmodell funktioniert, wie deine Zahlen entstehen, warum du eine bestimmte Zielgruppe gewählt hast und welche Strategie du verfolgst.

Eine gute Beratung nimmt dir diese Entscheidungen nicht ab. Sie hilft dir dabei, sie fundierter zu treffen und an deiner Seite zu stehen.

Also: Brauchst du eine Gründungsberatung?

Vielleicht nicht.

Wenn du Produkt, Markt, Kunden, Positionierung, Marketing, Vertrieb, Zahlen, Finanzierung, Organisation und die grundlegenden unternehmerischen Zusammenhänge sicher beherrschst, kannst du sehr weit mit Eigenrecherche und punktueller Unterstützung kommen.

Und wenn für deine offenen Fragen ein Angebot zum Beispiel der IHK, ein Steuerberater oder ein anderer Spezialist ausreicht, dann solltest du genau dieses Angebot nutzen.

Wenn du bei der Liste aber an ein oder zwei entscheidenden Stellen hängenbleibst, lohnt es sich, genauer hinzusehen. Denn bei einer Gründung müssen nicht zehn Dinge falsch sein. Manchmal reicht ein einziger falsch eingeschätzter Punkt, um später an einer völlig anderen Stelle ein ernstes Problem zu verursachen.

Deshalb sollte die Frage nicht lauten: „Wie schaffe ich die Gründung möglichst ohne Beratung?“

Sondern: „Wo bin ich wirklich sicher – und an welcher Stelle wäre ein zweiter, erfahrener Blick eine sinnvolle Investition?“

Und genau diese Frage solltest du möglichst beantworten, bevor aus einer kleinen Annahme ein teurer Fehler wird.

Wie gut bist du auf deine Gründung vorbereitet?

Mit dem Gründungsreife-Check bekommst du einen ersten Überblick darüber, welche Bereiche bereits stehen und wo du noch genauer hinschauen solltest.

Gründungsreife-Check starten

Du hast deinen Businessplan bereits erstellt und möchtest einen zweiten Blick darauf? Dann ist der Businessplan-Check der passende nächste Schritt.

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