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Norman Kreuter
Unternehmens- und Gründungsberatung
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KNOW-HOW · BUSINESSPLAN & FINANZIERUNG

Businessplan fertig – und jetzt?

Von Norman Kreuter · Veröffentlicht: 22.09.2026 · Aktualisiert: 29.09.2026 · Lesezeit: etwa 8 Minuten

Sprinter in Startposition auf einer Laufbahn als Symbol für den Schritt vom Businessplan zum Unternehmensstart.

Der Businessplan ist fertig. Vielleicht steht sogar die Finanzierung. Das Geld ist da oder zumindest in greifbarer Nähe.


Und genau jetzt wird es gefährlich.

Denn plötzlich fühlt es sich so an, als wäre die Planungsphase vorbei und wir müssen endlich handeln: Einrichtung bestellen, Technik kaufen, Website bauen lassen, Verträge abschließen, Werbung starten und möglichst schnell eröffnen. Und der Businessplan liegt vergessen in der Schublade.



Genau das kann ein großer Fehler sein.

Denn ein fertiger Businessplan ist nicht das Ende der Planung. Er ist der Punkt, an dem aus einer Idee ein konkretes Projekt wird.



Und dafür brauchst du jetzt etwas anderes als noch mehr Konzeptpapier:

Du brauchst einen klaren Weg bis zum Start.

Leg den Businessplan jetzt nicht zur Seite

Viele Gründer behandeln ihren Businessplan wie eine Abschlussarbeit.

Monatelang wird gerechnet, formuliert, recherchiert und überarbeitet. Ist die Finanzierung schließlich durch, landet das Dokument irgendwo im Ordner – und ab jetzt wird aus dem Bauch heraus entschieden.


Eigentlich müsste genau das Gegenteil passieren.

Denn dein Businessplan enthält die Annahmen, auf denen dein Unternehmen aufgebaut wurde: Investitionen, Preise, Kosten, Zielgruppen, Umsätze, Marketingmaßnahmen und Liquidität.



Jetzt beginnt die Phase, in der du diese Annahmen Schritt für Schritt in die Realität übersetzt.

Der Businessplan bleibt dabei dein Orientierungspunkt. 
Zusätzlich brauchst du jetzt einen konkreten Umsetzungsplan.

Wenn du deine Annahmen noch einmal prüfen möchtest, lies auch, warum du deinen Businessplan vor allem für dich selbst schreibst.

Du brauchst jetzt einen Netzplan, keine Einkaufsliste

Bevor du anfängst, Geld auszugeben, solltest du dir eine einfache Frage stellen:

Was muss wann passieren – und was hängt wovon ab?


Denn bei einer Gründung gibt es viele Dinge, die aufeinander aufbauen.

Je nach Tätigkeit und Unternehmensform müssen beispielsweise Anmeldungen und die steuerliche Erfassung erledigt werden. Verträge müssen abgeschlossen, Versicherungen geklärt, Räume vorbereitet, Lieferanten beauftragt, Zahlungswege eingerichtet oder technische Systeme aufgebaut werden.



Manche Dinge können gleichzeitig passieren. 
Andere erst, wenn ein vorheriger Schritt abgeschlossen ist.



Deshalb solltest du nicht einfach eine lange To-do-Liste schreiben. Bau dir stattdessen eine Art Netzplan:

Was ist Voraussetzung für was? Was hat Vorlaufzeit? Was muss zuerst entschieden werden? Und an welcher Stelle würde eine Verzögerung deinen gesamten Eröffnungstermin gefährden?



Das klingt vielleicht etwas technisch. Es verhindert aber etwas, das bei Gründungen ziemlich teuer werden kann:

Dass du bereits Geld für Dinge ausgibst, die du später gar nicht brauchst.



Nur weil das Budget vorhanden ist, muss es nicht ausgegeben werden.

Bevor du sichtbar wirst, musst du wissen, wofür du stehen willst

Ein zweiter Punkt wird in dieser Phase enorm wichtig: dein Marktauftritt. Dabei geht es nicht nur um ein schönes Logo.


Bevor du mit deinem Unternehmen nach außen gehst, sollte ziemlich klar sein:

Wer sind deine Kunden? Welches Problem löst du für sie? In welchem Markt willst du dich positionieren? Wofür willst du wahrgenommen werden? Und warum sollte jemand ausgerechnet zu dir kommen?



Erst daraus sollte dein Corporate Design und dein kompletter Außenauftritt entstehen.

Ich habe eine Gründerin begleitet, die anfangs mit relativ einfachen und wenig professionellen Marketingmitteln in den Markt gegangen ist. Das Problem daran war nicht nur die Optik.



Der Auftritt vermittelte ein anderes Bild vom Unternehmen – und sprach damit teilweise auch eine andere Zielgruppe an als eigentlich vorgesehen. 
Das kann dir den Start unnötig schwer machen.



Das Gegenbeispiel habe ich bei unseren eigenen Studioeröffnungen erlebt. Durch einen sehr klaren Markenauftritt und die Unterstützung des Franchisgeber konnten wir vom ersten Tag an deutlich zeigen, wer wir sind.

Wir konnten mit einem echten Bäm in den Markt gehen.



Und genau das willst du bei einer Neueröffnung erreichen: Aufmerksamkeit – aber bei den richtigen Menschen.

Vor der Eröffnung zählt Liquidität mehr als der Gewinn auf dem Papier

Ein Unternehmen kann auf dem Papier profitabel sein und trotzdem ein massives Problem bekommen.

Dann nämlich, wenn ihm das Geld ausgeht.

Gerade in der Zeit vor der Eröffnung gehört die Liquiditätsplanung deshalb zu den wichtigsten Steuerungsinstrumenten überhaupt.


Viele Ausgaben entstehen jetzt, während noch wenig oder gar kein Umsatz hereinkommt. 
Miete, Kautionen, Einrichtung, Technik, Marketing, Software, Versicherungen, Waren, Mitarbeiter und Anzahlungen können längst fällig sein, bevor der erste Kunde einen Euro überweist.



Deshalb zählt in dieser Phase nicht nur: Wie viel Umsatz willst du irgendwann machen?



Entscheidend ist vor allem:

Wann kommt welches Geld rein – und wann geht welches Geld raus?

Und noch wichtiger: Wie viel Spielraum bleibt dir, wenn etwas nicht nach Plan läuft?

Leg deine Alarmsignale fest, bevor du sie brauchst

Zu einem guten Plan gehören deshalb nicht nur Ziele. Es gehören auch Punkte dazu, an denen du sagst:

Wenn ich zu dem Zeitpunkt nicht dort bin, wo ich sein wollte, muss ich reagieren.

Das können Budgetabweichungen sein. Verzögerungen bei der Eröffnung. Marketingmaßnahmen, die nicht die erwartete Resonanz bringen. Lieferanten, die Termine nicht halten. Oder Annahmen aus dem Businessplan, die sich in der Realität als falsch herausstellen.


Das Entscheidende ist nicht, dass alles exakt so läuft wie geplant. 
Das wird es sowieso nicht.

Entscheidend ist, dass du Abweichungen früh bemerkst.


Ich kenne diese Situation auch aus meiner eigenen Tätigkeit als Business Coach. Schon sehr früh habe ich zum Beispiel im Vertrieb festgestellt, dass geplante Wege nicht funktionierten. 
Entscheidend war nicht, stur daran festzuhalten.



Entscheidend war zu erkennen: Die Indikatoren passen nicht. Also muss ich die Strategie verändern.



Genau dafür brauchst du Messpunkte.

Ein Plan soll dich nicht daran hindern, deine Richtung zu ändern.

Er soll dir zeigen, wann es Zeit dafür ist.

Startbereit bedeutet nicht perfekt

Bei meinen ersten Eröffnungen wollte ich möglichst alles perfekt haben. Jede Kleinigkeit musste stimmen. Alles sollte fertig sein. Gegen möglichst jedes mögliche Problem wollte ich vorher abgesichert sein. 


Heute sehe ich das deutlich entspannter.


Denn irgendwann habe ich festgestellt: Kunden verzeihen erstaunlich viel.

Gerade bei einer Neueröffnung wissen Menschen, dass noch nicht alles zu hundert Prozent eingespielt sein kann.



Entscheidend ist etwas anderes:

Der Kunde muss ein gutes Erlebnis haben.



Wenn du ein Geschäft, ein Studio, eine Praxis oder ein anderes Unternehmen mit Publikumsverkehr eröffnest, sollten die Dinge funktionieren, die für den Kunden unmittelbar wichtig sind.



Es muss aber nicht im Hintergrund bereits alles perfekt sein.

Und auch bei Geschäftsmodellen ohne direkten Publikumsverkehr gilt im Grunde das Gleiche: Der Ablauf, den der Kunde erlebt, muss funktionieren. Wie improvisiert es an manchen Stellen dahinter noch aussieht, ist zunächst zweitrangig.

Das ist ein wichtiger Unterschied.



Denn der Versuch, vor dem Start wirklich alles perfekt zu machen, kostet unglaublich viel Zeit und häufig auch unglaublich viel Geld. Ich habe selbst Dinge angeschafft oder umgesetzt, von denen ich damals überzeugt war, dass wir sie unbedingt brauchen. Später stellte sich heraus: Eigentlich hätten wir darauf komplett verzichten können.

Eine Eröffnung ist ein bisschen wie der Einzug in ein neues Haus

Du ziehst in dein neues Haus ein. Das Haus ist fertig und du freust dich darauf. 

Aber vielleicht gibt es noch keinen Rasen. Die Terrasse fehlt noch. Hier und da muss noch etwas gemacht werden.

Das stört dich zunächst nicht besonders. Denn du siehst, dass etwas entsteht. Du siehst Fortschritt.



Vielleicht macht es sogar Spaß, diese Entwicklung mitzuerleben. Du fühlst dich ein Stück weit als Teil davon.

Bei einem neuen Unternehmen ist es ähnlich.

Auch Kunden können kleine Unperfektheiten akzeptieren, wenn sie merken:

Hier steckt Herzblut drin. Hier passiert etwas. Hier entwickelt sich etwas in die richtige Richtung.



Problematisch wird es erst, wenn nichts passiert. Wenn Provisorien dauerhaft Provisorien bleiben.

Oder wenn Dinge, die den Kunden direkt betreffen, nicht funktionieren.

Deshalb lautet die Frage vor deiner Eröffnung nicht: Ist wirklich alles perfekt?



Sondern: Ist alles da, damit dein Kunde vom ersten Tag an eine gute Erfahrung macht – und hast du einen klaren Plan für alles, was danach noch entstehen muss?

Der Businessplan ist fertig. Jetzt wird daraus ein Unternehmen.

Zwischen einer Finanzierungszusage und einer erfolgreichen Eröffnung liegen häufig mehr Entscheidungen, als Gründer zunächst erwarten.


Genau in dieser Phase können unnötige Investitionen, falsche Reihenfolgen oder eine unklare Positionierung ziemlich teuer werden.

Klapp den Businessplan deshalb jetzt nicht zu.

Lass ihn auf dem Tisch liegen.

Und leg einen neuen Plan daneben:

Den Weg vom Plan zum Start.



Denn jetzt geht es nicht mehr darum, ob deine Geschäftsidee theoretisch funktionieren kann.



Jetzt geht es darum, sie so aufzubauen, dass sie in der Realität funktionieren kann.

Dein Businessplan steht – jetzt muss daraus ein Unternehmen werden.

LE[NK]MUT begleitet dich von Finanzierung und Planung bis zum tatsächlichen Unternehmensstart – mit einem klaren Fahrplan, tragfähigen Entscheidungen und einem strukturierten Markteintritt.

Vom Plan zum Start →

Über Norman Kreuter

Norman Kreuter ist Unternehmer, Dipl.-Wirtschaftsingenieur und Business Coach. Mit LE[NK]MUT verbindet er eigene Gründungs- und Führungserfahrung mit Gründungsberatung und Unternehmercoaching – von der Idee zum tragfähigen Unternehmen.