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Norman Kreuter
Unternehmens- und Gründungsberatung
Business Coach · Unternehmer

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KNOW-HOW · GESCHÄFTSIDEE & GESCHÄFTSMODELL

Unternehmensstrategie entwickeln: Ein klarer Kurs für kleine Unternehmen

Veröffentlicht am · Lesezeit: etwa 6 Minuten

Instrumententafel eines Kraftwerksleitstands mit zahlreichen analogen Messgeräten, Anzeigen und Schaltern

Als wir ungefähr 2012 unser erstes Strategie-Meeting abhielten, waren die ersten Studios bereits eröffnet. Unser Managementteam war noch klein, aber die Fragen waren grundlegend: Wo wollen wir hin, wofür stehen wir und worin müssen wir besonders gut werden? Wir wollten gemeinsam festlegen, wie sich das Unternehmen entwickeln sollte.

Wenn du eine Unternehmensstrategie entwickeln willst, brauchst du genau diese Verbindung zwischen Richtung und Alltag. Eine Vision allein verändert noch keine Abläufe, und eine lange Aufgabenliste erklärt noch keinen gemeinsamen Kurs. An unserem Beispiel zeige ich dir, wie du von Vision, Werten und Mission zu strategischen Feldern, konkreten Zielen und Prozessen kommst.

Was eine Unternehmensstrategie leisten muss

Deine Unternehmensstrategie beschreibt den Weg, auf dem du deine längerfristigen Ziele erreichen willst. Dafür entscheidest du, welchen Kunden du welchen Nutzen bieten möchtest und welche Fähigkeiten dein Unternehmen dafür braucht. Ebenso gehört dazu, welche Möglichkeiten du vorerst zurückstellst, weil Zeit, Geld und Aufmerksamkeit begrenzt sind.

Prüfe diesen Weg an deiner tatsächlichen Ausgangslage: an Kundenbedürfnissen, Wettbewerb, vorhandenen Stärken und verfügbaren Mitteln. Ein attraktives Ziel hilft wenig, wenn die Voraussetzungen für den gewählten Weg fehlen. Dein Geschäftsmodell erklärt dabei, wie dein Unternehmen Leistungen anbietet und Geld verdient; die Strategie legt fest, in welche Richtung du es weiterentwickelst. Mehr dazu: Geschäftsmodell entwickeln.

Unternehmensstrategie entwickeln: Mit Vision und Werten beginnen

In unserem ersten Strategie-Meeting stand zunächst die große Vision im Mittelpunkt. Wo wollen wir mit dem Unternehmen hin, was wollen wir erreichen und warum machen wir das alles? Diese Fragen geben den folgenden Entscheidungen eine Richtung, bevor du einzelne Maßnahmen sammelst.

Danach haben wir gemeinsam unsere fünf wichtigsten Werte definiert. Wir haben Ideen gesammelt, diskutiert und uns darauf verständigt, welche Werte für uns verbindlich sein sollten. Für deine eigene Strategie zählt, dass daraus eine gemeinsame Haltung entsteht, an der du später auch Entscheidungen messen kannst.

Prüfe deine Werte deshalb an konkreten Situationen. Wenn beispielsweise Qualität zu deinen Werten gehört, musst du entscheiden, was das für Qualifikation, Betreuung und Wachstum bedeutet. Ein Wert wird verbindlich, sobald du auch dann danach handelst, wenn der einfachere Weg kurzfristig bequemer wäre.

Aus Vision und Werten eine Mission ableiten

Im nächsten Schritt haben wir unsere Mission abgeleitet. Dabei ging es um die Perspektive der Kunden, aber auch um Mitarbeitende, Lieferanten und Inhaber. Wir haben gefragt, was wir für diese Gruppen erreichen wollen und wie wir die Zusammenarbeit gestalten möchten.

Für dein Unternehmen kannst du denselben Blick nutzen. Beschreibe, welchen Beitrag dein Angebot für Kunden leistet, welche Arbeitsbedingungen du ermöglichen willst und welche Erwartungen du an Partnerschaften hast. Auch deine eigene Perspektive als Inhaber gehört dazu, denn du musst den gewählten Weg wirtschaftlich und persönlich tragen können.

Strategische Unternehmensziele für zwei bis fünf Jahre festlegen

Auf dieser Grundlage haben wir die Unternehmensziele für die nächsten zwei bis fünf Jahre festgelegt. Sie übersetzen die langfristige Richtung in einen überschaubaren Entwicklungshorizont. Deine Ziele sollen zeigen, was sich im Unternehmen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt konkret verändert haben soll.

Hier musst du Prioritäten setzen und mögliche Wege gegeneinander abwägen. Wenn du beispielsweise wachsen möchtest, prüfst du, ob neue Standorte, eine bessere Auslastung oder eine Erweiterung des Angebots zu deiner Ausgangslage passen. Lege bewusst fest, welchen Weg du zuerst verfolgst und welche Vorhaben warten müssen.

Prüfe außerdem, ob die Ziele zu deinen verfügbaren Mitteln passen. Personalaufbau, Qualifizierung oder zusätzliche Standorte benötigen Zeit und Finanzierung. Nutze deine Finanzplanung, um die gewählte Richtung auf ihre wirtschaftlichen Voraussetzungen zu prüfen. Mehr dazu: Finanzplan erstellen.

Strategische Handlungsfelder bestimmen: Unser Beispiel aus dem Studiobetrieb

Anschließend haben wir die Felder definiert, in denen wir erfolgreich sein mussten, damit das Unternehmen insgesamt vorankommt. Bei uns waren das Qualitätssicherung, Expansion und Wachstum, Mitarbeiterentwicklung sowie das Trainingserlebnis der Kunden. Diese vier Felder ergaben sich aus unserem Unternehmen und unseren Zielen.

Für deine Strategie ist die Anzahl der Felder offen. Entscheidend ist, ob sie die wesentlichen Voraussetzungen für deinen gewählten Weg abdecken und sich in konkrete Arbeit übersetzen lassen. Prüfe auch die Verbindungen: Wachstum braucht passende Mitarbeitende, und ein gutes Trainingserlebnis hängt von deren Qualifikation und von verlässlichen Abläufen ab.

Für jedes Handlungsfeld messbare Ziele und Prozesse definieren

Für jedes unserer Felder haben wir anschließend genauere Ziele formuliert. In der Expansion ging es beispielsweise darum, nach zwei Jahren eine bestimmte Mitgliederzahl je Quadratmeter Studiofläche zu erreichen. In der Mitarbeiterentwicklung war eines der Ziele, dass jeder Mitarbeitende innerhalb des ersten Jahres eine B-Lizenz-Ausbildung abgeschlossen hat.

Aus solchen Zielen ergeben sich die nötigen Prozesse. Wenn du eine bestimmte Qualifikation erreichen willst, brauchst du klare Schulungswege, eingeplante Ausbildungszeiten und einen nachvollziehbaren Einarbeitungsplan. Ergänze eine verantwortliche Person und einen Termin, damit aus einer gemeinsamen Absicht eine verbindliche Aufgabe wird.

HandlungsfeldZiel oder PrüffrageDaraus abgeleitete Umsetzung
Expansion und WachstumHistorisches Ziel: angestrebte Mitgliederzahl je Quadratmeter nach zwei Jahren.Entwicklung je Studio verfolgen und die Voraussetzungen für weitere Expansion prüfen.
MitarbeiterentwicklungHistorisches Ziel: B-Lizenz-Ausbildung innerhalb des ersten Jahres.Schulungswege, Ausbildungszeiten und Einarbeitungspläne festlegen.
QualitätssicherungPrüffrage: Welche Qualität soll in jedem Studio verlässlich erreicht werden?Standards, Zuständigkeiten und geeignete Kontrollen daraus ableiten.
TrainingserlebnisPrüffrage: Was sollen Kunden im Training konkret erleben?Betreuung und Abläufe aus Kundensicht prüfen und weiterentwickeln.

Die beiden Zahlenziele stammen aus unserem damaligen Beispiel; die Prüffragen zeigen, wie du weitere Felder ausarbeiten kannst. Übernimm solche Ziele deshalb nicht ungeprüft für dein Unternehmen. Leite eigene Maßstäbe daraus ab, was deine Kunden benötigen und was deine Organisation leisten kann.

Die Strategic Map verbindet Ausrichtung, Umsetzung und Ergebnis

Die gesamte Übersicht haben wir damals als „Strategic Map“ genutzt. Oben standen Vision, Werte und Mission sowie die übergeordneten Unternehmensziele; darunter folgten die strategischen Felder mit ihren jeweiligen Zielen und Handlungsprozessen. Anschließend haben wir den Kundennutzen und das angestrebte Gesamtergebnis sichtbar gemacht.

Die Darstellung war für uns eine gemeinsame Übersicht über die Zusammenhänge. Du solltest bei einem Prozess erklären können, zu welchem Ziel er beiträgt und welchen Nutzen Kunden davon haben. Umgekehrt kannst du von einem gewünschten Ergebnis zurückgehen und prüfen, welche Voraussetzungen und Abläufe dafür noch fehlen.

Der Kundennutzen ist dabei ein eigener Prüfpunkt. Eine absolvierte Schulung ist zunächst ein interner Fortschritt; entscheidend wird sie für Kunden, wenn daraus beispielsweise eine bessere Betreuung entsteht. Frage deshalb bei jeder Maßnahme, was sich durch sie im Alltag der Kunden tatsächlich verbessert.

Unternehmensstrategie umsetzen und regelmäßig überprüfen

Mit der ausgearbeiteten Übersicht beginnt die Umsetzung. Wähle die nächsten Schritte so, dass sie mit deinen verfügbaren Ressourcen bewältigbar sind und erkennbar auf die strategischen Ziele einzahlen. Wenn zu viele Vorhaben gleichzeitig starten, musst du erneut entscheiden, was zuerst kommt.

Plane außerdem feste Termine ein, um die Strategie zu überprüfen. Schau dabei auf die Entwicklung der Ziele, auf die Wirkung deiner Prozesse und auf Veränderungen bei Kunden oder im Markt. Unterscheide zwischen einer Maßnahme, die noch nicht umgesetzt wurde, und einer Annahme, die sich als falsch erweist.

Auch gute Kennzahlen brauchen eine Einordnung. Eine erreichte Ausbildungsquote sagt etwas anderes aus als die Bindung von Kunden oder das wirtschaftliche Ergebnis. Betrachte die Zusammenhänge, damit du erkennst, ob dein Unternehmen dem angestrebten Kurs tatsächlich näherkommt. Mehr dazu: Prioritäten setzen als Unternehmer.

Deine Unternehmensstrategie braucht einen nachvollziehbaren Weg

Unser damaliges Strategie-Meeting hat mit grundlegenden Fragen begonnen und zu konkreten Zielen und Prozessen geführt. Genau diese Verbindung brauchst du auch in einem kleinen Unternehmen. Die Größe deines Teams nimmt dir weder die Richtungsentscheidung noch die Arbeit an der Umsetzung ab.

Beginne mit deiner Ausgangslage, deiner Vision und deinen Werten und leite daraus Mission und Unternehmensziele ab. Bestimme anschließend die entscheidenden Handlungsfelder und verbinde sie mit Zielen, Prozessen, Kundennutzen und Ergebnis. So kannst du bei einer neuen Entscheidung prüfen, ob sie zu dem Weg passt, den du mit deinem Unternehmen gehen willst.

Praxistipp: Prüfe die Verbindung zum Kundennutzen

Gehe deine strategischen Felder einzeln durch und erkläre, welchen Nutzen Kunden von den zugehörigen Prozessen haben. Wenn dieser Zusammenhang fehlt, prüfst du das Ziel oder die Maßnahme noch einmal.

Du möchtest die Richtung für dein Unternehmen klären und deine Strategie in konkrete Abläufe übersetzen? Im Unternehmercoaching begleiten wir dich dabei, Ziele, Prioritäten und Umsetzung zusammenzubringen.